Der Sunburst Granny Square sieht aus wie eine Sonnenblume, die im Wohnzimmer explodiert ist – und genau deshalb bekomme ich zu diesem Muster mehr Nachfragen als zu jeder klassischen Granny-Variante. Ich habe das Quadrat für dich in Ruhe durchgehäkelt, jede Runde einzeln fotografiert und ehrlich gestoppt, wie lange ich als Geübte brauche und wie lange es beim ersten Versuch dauert. Wenn du bisher nur einfache Grannys kennst, wird dich die Blütenblatt-Technik in Runde zwei kurz herausfordern – aber genau dieser Moment macht am Ende den Unterschied zwischen einem Quadrat von der Stange und einem, das wirklich wie eine Blume aussieht.
Was du vor dem ersten Stich brauchst
Bevor der gelbe Faden das erste Mal um den Haken läuft, lohnt sich ein kurzer Check der Materialien – das spart dir später das Auftrennen. Für dieses Quadrat arbeite ich mit vierfädigem Baumwollgarn in vier Farben: Sonnengelb für die Mitte, Rosa für die Blütenblätter, Salbeigrün für den Blattkranz und ein warmes Pfirsich für den Rand.
Der Haken auf den Fotos ist eine 3,5 mm Nadel mit ergonomischem Pinkgriff – bei mir Standard, weil meine Handgelenke nach Kickbox-Abenden dankbar für jede Entlastung sind. Wenn du lieber mit Wolle statt Baumwolle arbeitest, wird die Blüte weicher, aber die Kanten weniger scharf – probier beides aus und entscheide selbst, was dir besser gefällt.
- Garn: je eine kleine Menge in Gelb, Rosa, Grün, Pfirsich
- Häkelnadel: 3,5 mm
- Zubehör: Schere, Vernähnadel, evtl. Stecknadeln zum Blocken
Magischen Ring mit gelber Mitte häkeln

Der Fadenring ist die Basis von fast jedem runden Granny Square, und beim Sunburst-Muster entscheidet er schon über die spätere Symmetrie der Blüte. Ich ziehe den gelben Faden zweimal um zwei Finger, sichere ihn mit zwei Luftmaschen und häkle dann elf Stäbchen hinein – zwölf Maschen insgesamt, bevor ich mit einer Kettmasche schließe. Auf dem Foto siehst du genau diesen Moment: der Ring ist fast geschlossen, der pinke Häkelhaken sitzt noch in der letzten Schlaufe.
Zieh den Anfangsfaden erst fest, wenn alle Stäbchen sitzen – sonst verschiebt sich die Maschenzahl und die Blütenblätter in Runde zwei liegen später schief.
- Garn: Baumwolle, ca. 4-fädig, hier in Sonnengelb
- Haken: 3,5 mm, gut erkennbar an der pinken Griffzone
- Maschenzahl: 12 Stäbchen im Ring
Rosa Garn ansetzen und erste Blütenblätter häkeln

Jetzt kommt der Teil, der den Sunburst vom normalen Granny unterscheidet: die Blütenblätter. Ich knote den rosa Faden mit einem Schlingknoten an einer beliebigen gelben Masche fest und häkle in jede zweite Masche ein Blütenblatt – vier Stäbchen, die alle in denselben Stich gearbeitet werden, sodass sie sich nach vorne wölben.
Auf dem Bild erkennst du schon drei fertige Blätter, die sich wie kleine Fächer nach rechts oben auffächern, während der Haken bereits das nächste vorbereitet. Wichtig: zwischen den Blütenblättern bleibt jeweils eine gelbe Masche unbehäkelt stehen – genau da setzt später das grüne Blatt an.
Wenn deine Blütenblätter ungleichmäßig groß wirken, zähl noch mal nach – meistens hat sich eine gelbe Masche eingeschlichen, die übersprungen werden sollte.
Die rosa Blütenblatt-Runde vollenden

Die rosa Runde braucht insgesamt sechs Blütenblätter, gleichmäßig über die zwölf gelben Maschen verteilt – auf dem Foto siehst du das fertige Ergebnis von oben, eine kleine Sonnenblume mit gelbem Kern, bevor der Haken die letzte Kettmasche in die allererste rosa Masche der Runde setzt.
Diese Kettmasche schließt die Runde sauber und sorgt dafür, dass die Blütenblätter wirklich rundherum gleich groß aussehen. Zieh die Runde nach dem Schließen kurz zurecht: leicht in Form drücken hilft der Symmetrie mehr als jedes Nachzählen.
- Kontrolle: genau 6 Blütenblätter
- Abschluss: Kettmasche in die erste Masche der Runde
- Faden: rosa nicht abschneiden, falls du ihn später brauchst – sonst vernähen
Grünes Garn ansetzen und äußere Blätter beginnen

Für die grüne Runde setze ich den Faden zwischen zwei rosa Blütenblättern an – genau in die Lücke, die wir in Runde zwei bewusst freigelassen haben. Die ersten Blätter sind auf dem Foto schon zu sehen: schmale, spitz zulaufende Formen, die sich zwischen die rosa Blüten schieben und der Sonnenblume ihren typischen Kranz geben.
Diese Blattform entsteht aus Halbstäbchen und Stäbchen, die in derselben Masche zusammenlaufen und dadurch eine Spitze bilden statt eines runden Blütenblatts. Der Unterschied zur rosa Runde ist auf den ersten Blick klein, macht das Muster aber erst zur Sonnenblume statt zur reinen Blüte.
- Ansatzpunkt: zwischen zwei rosa Blütenblättern
- Blattzahl geplant: 6, passend zu den rosa Blüten
- Optik: spitz statt rund – das macht den Sunburst-Look
Die grüne Außenrunde fertig häkeln

Die grüne Runde ist fertig, sobald zwischen jedem rosa Blütenblatt ein grünes Blatt sitzt – auf dem Foto zählst du sechs Stück, sauber im Kreis verteilt, kurz bevor der Haken die letzte Kettmasche setzt und die Runde schließt.
Ab hier hast du offiziell einen fertigen runden Sunburst-Kreis: gelbe Mitte, rosa Blütenkranz, grüne Blattspitzen. Zieh die Blätter beim Schließen leicht auseinander, damit sie flach liegen und nicht übereinander kippen – dann bleibt die Symmetrie bis zur letzten Runde erhalten. Wer mag, kann an dieser Stelle aufhören und den Kreis als Untersetzer vernähen – für das Granny Square brauchen wir aber noch den Rand, der aus dem Kreis ein Quadrat macht.
Den pfirsichfarbenen Rand beginnen und Ecken formen

Jetzt beginnt der Teil, den viele beim ersten Sunburst-Square unterschätzen: aus dem Kreis wird ein Quadrat. Ich setze das pfirsichfarbene Garn an einer Blattspitze an und arbeite die Ecken mit jeweils drei Stäbchen, zwei Luftmaschen und wieder drei Stäbchen – dieser Luftmaschenbogen ist es, der später die vier Ecken formt.
Auf dem Foto erkennst du schon deutlich zwei fertige Ecken links und die Seiten dazwischen, während rechts die Ecke gerade entsteht. Zwischen den Ecken häkle ich normale Stäbchen über die Blattspitzen und -zwischenräume, gleichmäßig verteilt, damit die Seiten am Ende gleich lang werden.
- Ecke: 3 Stäbchen, 2 Luftmaschen, 3 Stäbchen in dieselbe Masche
- Seite: Stäbchen gleichmäßig über die Rundung verteilt
- Kontrolle: alle vier Seiten sollten am Ende gleich viele Stäbchen haben
Das Quadrat vollenden und die letzte Runde schließen

Die letzte Runde ist reine Fleißarbeit: alle vier Seiten und Ecken werden fertig gehäkelt, bis das Quadrat auf dem Foto so richtig eckig dasteht – die Sonnenblume sitzt jetzt sauber zentriert in einem pfirsichfarbenen Rahmen. Den Abschluss bildet wie immer eine Kettmasche in die erste Masche der Runde.
Wenn deine Ecken sich noch leicht wellen: nicht in Panik geraten, das ist vor dem Blocken normal und verschwindet, sobald du das fertige Quadrat später anfeuchtest und in Form steckst. Genau diesen Schritt zeig ich dir gleich noch.
Fäden vernähen und das fertige Quadrat blocken

So sieht das fertige Sunburst Granny Square dann aus, wenn alle Fäden vernäht und das Quadrat kurz geblockt ist – auf glattem Untergrund fotografiert, damit du die Farbübergänge von Gelb über Rosa und Grün bis zum Pfirsich wirklich erkennst. Genau dieses eine Quadrat brauchst du übrigens nicht nur für die klassische Decke: als einzelner Untersetzer, als Anhänger an der Tasche oder in Reihe gehäkelt als Kissenbezug macht sich das Muster genauso gut.
Meine ehrliche Zeitangabe: geübt sitzt ein Quadrat bei mir in etwa 35 Minuten, beim ersten Versuch – inklusive Auftrennen der schiefen Blütenblätter – plan lieber eine Stunde ein. Das ist kein Muster, das man nebenbei häkelt, aber genau richtig für einen ruhigen Sonntagabend mit Tee.
Ein einzelnes Sunburst Square wirkt schon für sich allein wie kleine Deko – häkle dir ruhig ein paar mehr davon, dann hast du am Ende genug für eine Kissenhülle oder die erste Reihe einer Decke.

- Material
- Werkzeug

Was Leser oft fragen
Welche Garnstärke passt am besten für den Sunburst Granny Square?
Ich arbeite hier mit vierfädigem Baumwollgarn und einer 3,5 mm Nadel – das gibt saubere Kanten und eine gut sichtbare Textur bei den Blütenblättern.
Kann ich die Farben austauschen?
Klar, das Prinzip aus Mitte, Blütenblatt-Runde, Blattkranz und Rand funktioniert mit jeder Farbkombination – wichtig ist nur, dass sich die vier Farbtöne im Kontrast klar voneinander abheben.
Wie lange dauert ein Quadrat wirklich?
Geübt schaffe ich eins in etwa 35 Minuten, beim ersten Versuch inklusive Auftrennen solltest du eher eine Stunde einplanen.
Wofür eignet sich das fertige Quadrat?
Einzeln als Untersetzer oder Anhänger, in Reihe gehäkelt als Kissenbezug oder Deckenteil – das Muster funktioniert in fast jeder Größe.






