Farbwechsel Häkeln Beim Amigurumi - Der Unsichtbare
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Jasmin ÖztürkJasmin Öztürk28.08.2026ZUR ANLEITUNG

Bei mir zwischen Föhn und Feile hat sich in den letzten Monaten noch ein drittes Werkzeug eingeschlichen: die Häkelnadel. An ruhigen Sonntagen häkle ich kleine Körbchen für Tante Merals Salonfenster, und die Frage, die mir seitdem am häufigsten gestellt wird, ist nicht zu Gellack oder Pony, sondern zum Farbwechsel beim Amigurumi häkeln. Genau den zeig ich dir hier – von der ersten Masche bis zum fertigen Körbchen, mit dem sauberen Übergang, den man normalerweise nur bei geübten Händen sieht.

Der Anfang macht die Basis

Hände legen einen Fadenring mit cremefarbenem Garn an, der erste Schritt beim Amigurumi häkeln mit Farbwechsel

Jeder Farbwechsel steht und fällt mit einem ordentlichen Start. Ich lege den Fadenring mit dem cremefarbenen Garn um Zeige- und Mittelfinger, genau wie auf dem Foto – die Häkelnadel führe ich locker, fast wie einen Stift, nicht wie eine Zange.

Ein zu fest gezogener Ring lässt sich später kaum noch schließen, ein zu loser produziert ein Loch in der Mitte, das du nie wieder wegbekommst. Bei mir dauert dieser erste Schritt vielleicht 30 Sekunden – beim allerersten Versuch plane lieber 3 bis 4 Minuten ein, bis sich die Fadenspannung richtig anfühlt.

Sechs feste Maschen, fest zugezogen

Sechs feste Maschen werden fest in den Fadenring gehäkelt und zugezogen für die Basis des Amigurumi

In den Ring kommen jetzt 6 feste Maschen – nicht mehr, nicht weniger, sonst stimmt später die Zunahmerunde nicht auf. Nach der letzten Masche ziehe ich am Fadenende, bis sich der Ring komplett schließt und keine Lücke mehr sichtbar ist.

  • Zu locker: Mitte bleibt offen, wirkt unfertig
  • Zu fest: Häkelnadel passt kaum noch durch die erste Masche
  • Genau richtig: ein sauberer, geschlossener Kreis wie auf dem Foto

Ich kontrolliere das immer mit dem Daumennagel – fährt er glatt über die Mitte, ist alles gut.

Gleichmäßig zunehmen für den Boden

Gleichmäßiges Zunehmen in der Runde formt den kleinen Boden für das Amigurumi-Körbchen

Ab hier entsteht der kleine Boden des Körbchens. In der nächsten Runde nehme ich gleichmäßig zu, meistens in jede Masche zwei feste Maschen, damit der Kreis flach bleibt und sich nicht wellt.

Ein Boden, der sich schon jetzt schüsselt oder wellt, wird später beim Farbwechsel nur noch schiefer – lieber jetzt zweimal zählen als später auftrennen.

Ich zähle nach jeder Runde meine Maschen nach, ein kurzer Blick auf den Maschenmarkierer reicht. Das kostet mich als geübte Häklerin kaum eine Minute extra, spart aber am Ende viel Frust.

Ohne Zunahme in die Höhe häkeln

Ohne weitere Zunahmen wird in die Höhe gehäkelt, bis ein kleines cremefarbenes Körbchen entsteht

Sobald der Boden groß genug ist, wird ohne weitere Zunahmen weitergehäkelt – jetzt wächst das Körbchen in die Höhe statt in die Breite. Auf dem Foto siehst du, wie sich aus dem flachen Kreis schon eine kleine, gerade Wand entwickelt.

Genau hier entscheidet sich, ob dein Amigurumi später gerade steht oder sich schräg zieht: Häkle jede Runde mit der gleichen Fadenspannung. Ich merke bei mir selbst, dass ich beim Reden lockerer häkle als in Konzentration – deshalb lege ich bei diesem Teil lieber kurz das Handy weg.

Die Vorbereitung für den Farbwechsel

Die letzte cremefarbene Masche wird nur halb fertiggestellt als Vorbereitung für den Farbwechsel beim Häkeln

Jetzt kommt der Trick, der aus einem normalen Übergang einen unsichtbaren macht: Die letzte cremefarbene Masche wird nur halb fertiggestellt. Du stichst wie gewohnt ein, holst den Faden, ziehst ihn durch die Masche – aber hörst genau dort auf, wo normalerweise die zweite Schlaufe abgeschlagen wird.

Auf der Nadel liegen jetzt zwei Schlingen statt einer fertigen Masche. Das ist kein Fehler, das ist Absicht – und der Grund, warum es im nächsten Schritt keine sichtbare Kante gibt.

Der eigentliche Farbwechsel

Die neue orange Farbe wird durch die letzten zwei Schlingen gezogen für einen unsichtbaren Farbwechsel beim Amigurumi

Der Moment, um den es geht

Statt die creme Masche mit Creme abzuschließen, greife ich zum orangenen Garn und ziehe es durch genau diese zwei letzten Schlingen. Die neue Farbe übernimmt die Masche, ohne dass eine Lücke oder ein Farbsprung entsteht.

Der Farbwechsel passiert nicht zwischen zwei Maschen, sondern versteckt sich in der letzten Masche der alten Farbe – das ist das ganze Geheimnis.

Als ich das zum ersten Mal ausprobiert habe, hab ich die Fäden zu fest angezogen und die Runde wurde eng – zieh die neue Farbe locker durch, die Spannung kommt erst in der Folgerunde.

Die erste orange Runde festigen

Die erste Runde in Orange wird gleichmäßig weitergehäkelt nach dem Farbwechsel am Amigurumi-Körbchen

Jetzt wird ganz normal in Orange weitergehäkelt, aber mit besonderem Augenmerk auf gleichmäßige Maschengröße. Frisch gewechselte Fäden häkeln sich anfangs oft etwas straffer, weil das alte Fadenende noch mitgeführt wird.

Ich lege das cremefarbene Ende einfach in die Maschen der neuen Runde ein und häkle es mit ein – so muss ich später weniger vernähen. Auf dem Foto siehst du diese erste orange Runde schon klar von der cremefarbenen Wand abgesetzt, ohne Zickzack am Übergang.

Zweite Runde und Fadenenden sauber vernähen

Eine zweite orange Runde wird gehäkelt und die Fadenenden werden sauber mit der Nadel vernäht

Eine zweite Runde in Orange sorgt dafür, dass der Farbblock kräftig genug wirkt und nicht wie ein schmaler Streifen verschwindet. Danach werden alle losen Fadenenden mit der Stopfnadel sauber vernäht – ich führe sie diagonal durch mehrere Maschen, nie nur geradeaus, sonst rutscht der Faden beim ersten Waschen wieder heraus.

  1. Faden einfädeln in die Stopfnadel
  2. Diagonal durchziehen durch 3-4 Maschenreihen innen
  3. Kurz abschneiden, Ende in der Häkelmasse verschwinden lassen

Das fertige Ergebnis

Das fertige Amigurumi-Körbchen zeigt einen glatten Farbwechsel zwischen Orange und Creme ohne sichtbare Kante

Und da ist er: der glatte Farbwechsel, den man von Weitem für gekauft halten könnte. Keine Zacken, keine Lücke, keine Farbschliere zwischen Creme und Terracotta – nur eine klare, gerade Linie rund um das Körbchen.

Genau solche kleinen Stücke stehen inzwischen bei Tante Meral im Salonfenster, gefüllt mit Haarklammern statt mit Bonbons. Wenn deiner beim ersten Versuch noch nicht ganz gerade ist – das war bei mir auch so, und beim dritten Körbchen sitzt die Technik in den Fingern.

Ein guter Farbwechsel ist wie eine gute Maniküre: Man sieht ihn nicht als eigenen Schritt, sondern nur das saubere Ergebnis. Häkle das gerne einmal in Ruhe durch, mit Tee daneben und ohne Zeitdruck – die Technik sitzt schneller in den Fingern, als man denkt.

Farbwechsel Häkeln Beim Amigurumi - Der Unsichtbare
DIY-Anleitung Pin
Farbwechsel Häkeln Beim Amigurumi - Der Unsichtbare
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Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie ein Farbwechsel beim Amigurumi häkeln ganz ohne Löcher und Farbschlieren gelingt – für saubere Übergänge wie im Studio.
Häkel-Tutorial / Amigurumisocken hase miffy nähen
VORBEREITUNG5 Min
Arbeitszeit40 Min
GESAMTZEIT45 Min
Ergebnis1 Mini-Körbchen
SchwierigkeitMit Übung
Kostenca. 6 €
Material
  • Material
Schritte
1
Fadenring anlegen
Mit dem cremefarbenen Garn einen Fadenring um die Finger legen und die Häkelnadel locker einführen.
2
Sechs feste Maschen häkeln
6 feste Maschen in den Ring häkeln und am Fadenende ziehen, bis die Mitte komplett geschlossen ist.
3
Boden zunehmen
In der nächsten Runde gleichmäßig zunehmen, bis ein kleiner flacher Kreis als Boden entsteht.
4
Ohne Zunahme weiterhäkeln
Ohne weitere Zunahmen so viele Runden häkeln, bis sich ein kleines Körbchen mit gerader Wand bildet.
5
Letzte Masche halb fertigstellen
Die letzte cremefarbene Masche nur bis zu zwei Schlingen auf der Nadel häkeln, nicht abschließen.
6
Farbe wechseln
Das orange Garn durch die letzten zwei Schlingen ziehen, sodass die neue Farbe die Masche übernimmt.
7
Erste orange Runde häkeln
Eine komplette Runde in Orange mit gleichmäßiger Fadenspannung häkeln, altes Fadenende dabei mit einhäkeln.
8
Zweite Runde und Fäden vernähen
Eine weitere orange Runde häkeln und alle losen Fadenenden diagonal mit der Stopfnadel sauber vernähen.
9
Fertigstellen
Körbchen kurz in Form ziehen und den glatten Übergang zwischen Creme und Orange kontrollieren.

Häufig gestellte Fragen

Warum entsteht bei meinem Farbwechsel trotzdem eine sichtbare Stufe?

Meistens liegt es daran, dass die letzte Masche der alten Farbe komplett fertiggehäkelt wurde, statt sie halb offen zu lassen. Nur wenn die neue Farbe durch die letzten zwei Schlingen gezogen wird, verschwindet die Kante.

Wie fest sollte ich die neue Farbe beim Durchziehen anziehen?

Locker – die eigentliche Maschengröße wird erst in der Folgerunde festgelegt. Zieh ich beim Wechsel selbst schon fest, wird die Runde eng und die Wand zieht sich zusammen.

Muss ich die Fadenenden sofort vernähen oder kann ich das später machen?

Am einfachsten ist es, das alte Fadenende direkt in die ersten Maschen der neuen Farbe mit einzuhäkeln – dann bleibt am Ende nur wenig zum Vernähen mit der Stopfnadel übrig.

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